Karin von Naturspirit führt uns durch die Natur

Dieses Gespräch mit Karin von naturspirit ist Teil einer Interviewreihe mit Frauen, die sich so wie ich besonders mit der Natur verbunden fühlen. Ich werde mit unterschiedlichen Frauen sprechen und mehr über sie und ihren Zugang zur Natur erfahren.

Genau diese Geschichten gebe ich dir dann hier weiter, damit auch du die unterschiedlichsten Einblicke und Zugänge zur Natur entdeckst.

Karin von Naturspirit führt uns durch die Natur

Die Hand-Werkerin
Kunsthandwerk, Rezepte, Natur
Spiritualität und Nachhaltigkeit

Erzähl uns doch etwas über dich

 

Ich bin Karin und mein angeheirateter Nachname ist Mikota - etwas exotisch - aber doch nicht indianisch. Aber die nordamerikanischen Indianer sind schon unsere große Inspiration und Liebe. Auch das Korbmachen habe ich das erste Mal bei den nordamerikanischen Ureinwohnern gesehen. Sogenannte Wickelkörbe, die sehr kunstvoll von diesen gefertigt werden. Diese fertigen sie für besondere Rituale - wie z.b. Hochzeiten. Danach hat es aber noch ca. 20 Jahre gedauert bis ich einen Lehrer gefunden habe, der mir gezeigt hat, dass es auch in Österreich üblich war Wickelkörbe herzustellen. Fast alle Völker auf dieser Erde fertigen oder haben Wickelkörbe angefertigt und ich habe mir dann dieses Wissen nach und nach angeeignet.

 

Das ist aber nicht die einzige Tätigkeit, der ich nachgehe. Ich blogge auch sehr gerne und habe auch viele Jahre im Unterwasserreich in Schrems als Ranger gearbeitet.

 

Ich lebe heute vom Korbmachen. Ich bekomme das ganze Jahr Anfragen für Workshops und Märkte und kann mir aussuchen wo ich hinfahre und wo ich arbeite. Ich schau mir von den unterschiedlichen Kulturen auch gerne die Macharten, wie auch die Farben und Formen der Körbe an und interpretiere diese dann neu.

 

Karin - die Hand Werkerin

Wie funktioniert das mit den Gräsern und wie werden diese „vorbehandelt“?

 

Meine ganze Garage dient als Lager- und Trocknungsraum für die Gräser, die dann auch später zu den Körben verarbeitet werden.

 

Doch, bevor ich sie zu Körben verarbeiten kann, müssen sie gut getrocknet werden. Das hat 2 Gründe, einerseits können die Körbe, die mit nassen Gräsern gewickelt werden, auch leicht zum Schimmeln anfangen und andererseits verlieren die Gräser durch das Trocknen an Volumen und wenn der gewickelte Korb im nassen Zustand hergestellt wird, und dann erst trocknet dann wird er locker und kann auch leicht an Stabilität verlieren und zerfällt.

 

Die gewickelten Körbe sind im Grunde sehr langlebig und können auch gut hundert Jahre alt werden. Aus dem Mühlviertel gibt es da noch viele Beispiele mit denen auch Brot gebacken wurden. Die Gräser verlieren vielleicht über die Jahre die grüne Farbigkeit der Gräser - aber die Haltbarkeit bleibt bestehen. Außerdem sind die Körbe ja auch komplett ökologisch, wenn du keinen Bedarf mehr an ihm hast, kannst du ihn ganz einfach über den Kompost entsorgen.

Ich verwende auch für meine Garne nur naturgefärbte Baumwolle, Flachs oder Brennnesselwolle, dadurch ist die Nachhaltigkeit der Körbe komplett gegeben.

 

Die Körbe bestehen zu 100% aus Natur.

 

Karin - Naturspirit - mein Leben widme ich der Natur

Du bist ja jetzt ein richtiges Naturkind - war das immer so?

 

Ja - ich bin sehr naturbewusst aufgewachsen, ich bin im Mühlviertel geboren und auch aufgewachsen und lebe auch heute noch hier. Mein Vater war neben dem Job, Bergführer und Schilehrer und ich habe schon mit 3 Jahren Schifahren gelernt - ich war die meiste Zeit meiner Kindheit draußen.

Ich war viel im Wald und habe mich dort mit meinen Freunden getroffen und gespielt. Durch meine Oma hab ich auch schon das Wissen der Kräuter vermittelt bekommen.

 

Ich hab mich immer draußen wohler gefühlt und auch heute leben wir in einem „Tiny House“ mit 45 m2. Da sich unser Leben draußen abspielt, Sommer wie Winter. Ich bin ein echtes Mühlvierter Kind, die Kälte hat mich nie gehindert mich draußen aufzuhalten. Ich geh gerne gegen die Kälte gerne Schneeschuhwandern. Wenn es zu warm wird im Sommer, dann geh ich gerne in den Wald, da es dort viel angenehmere Temperaturen hat.

 

Karin - Kunsthandwerk, Rezepte, Natur, Spiritualität und Nachhaltigkeit begleiten mich

Was sind so deine Lieblingsplätze in der Natur?

Ich hab mir vor vielen Jahre das Buch „Vergessene Zeugen der Vorzeit“ von Otto Milfait gekauft und da sind viele Plätze im Mühlviertel beschrieben die uns Kraft geben sollen. Von diesen Plätzen habe ich ca. 2/3 abgesucht und gerade in der Gegend um St. Leonhardt sind die meisten dieser Plätze vereint.

 

Ich bin im Bezirk Perg aufgewachsen und war als kleines Kind auf Erholung in Unterweiterweißenbach und hab dort das erste Mal die Mühlviertler Alm besucht. Als 5-jähriges Mädchen war mir da schon klar, dass ich gern einmal hier wohnen möchte und ca. 5 Kilometer davon entfernt, wohne ich heute.

 

Ich liebe den Wald und die Hügel und kann mit dem Flachland wenig anfangen, vor allem die Wälder haben es mir so richtig angetan.

 

 

Karin Theresa Mikota

 

Ja, er war schon vor vielen Jahren mein „indianischer“ Lehrer und ist noch länger mit den nordamerikanischen Natureinwohnern verbunden. Vor vielen Jahren habe ich einige Zeit in Steyr gewohnt. Durch Selbsterfahrungstunden für meine Lebens,- und Sozialberater Ausbildung habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt. Er ist Psychotherapeut und hat mich dabei unterstützt. Seine Praxis war auch damals schon komplett indianisch eingerichtet und er hat mich auch gleich zu einem Medizinrad Seminar mitgenommen. Wir waren auch danach immer in Verbindung und hat mich viel gelehrt und auch die Indianer haben wir gemeinsam schon einige Male besucht.

 

Mein Mann ist ein eingeweihter Schamane und ich begleite und unterstütze ihn bei seiner Arbeit. Ich begleite ihn mit der Trommel und beobachte seine Arbeit. Ich selbst bin aber mehr in der Ritual Arbeit tätig. Ich mache Naturhochzeiten und spende bei Ritualen wie Namensgebungsfesten oder Begräbnissen den Segen von Mutter Erde.

Wir geben unser Wissen auch gerne an andere Menschen weiter und das ehrt mich auch sehr.

 

Karin Theresa Mikota - Naturspirit

Was ist dein momentanes Herzensprojekt?

 

Mein Herzensanliegen ist der Besuch der nordamerikanischen Ureinwohner. Wir haben es uns zum Ziel gemacht diese alle 2 Jahre zu besuchen und auch durch Naturalien zu unterstützen. Leider ist das durch die momentane Pandemie eingeschränkt und wir wissen leider auch nicht ab wann uns das wirklich wieder möglich sein wird. Die Reservate lassen jetzt auch keine Besucher in ihre Dörfer. Sobald das alles wieder vorbei ist, freue ich mich darauf wieder dorthin fahren zu können und diese zu besuchen.

 

Karin - Naturspirit - gibt auch Workshops für Korbmachen

Du gibst auch Workshops?

 

Ja ich gebe Korbwickel Workshops online wie auch Präsentkurse . Entweder bei mir im Garten oder auch bei verschiedenen Firmen wie Sonnentor oder Bergkräuter. Ich mache aber auch manche Workshops wie mit dem LFI oder Naturpark Attersee vor dem Korbwickeln eine Gräserwanderung, da sammeln und bestimmen wir auch zusätzlich Gräser. Da ich mich in den letzten 8 bis 9 Jahren sehr viel mit der Bestimmung von den unterschiedlichen Gräserarten. auseinandergesetzt habe ist es mir ein Anliegen dieses Wissen auch weiterzugeben. Das sind Tagesworkshops oder auch halbtageweise buchbar.

 

Wenn jemand da Interesse hat - freu ich mich darauf, wenn du dich meldest.

 

 

Herzlichen Dank liebe Karin für dieses schöne Interview und dass du mir die Möglichkeit gegeben hast bei dir "vorbeizukommen" und dieses Gespräch über die Natur und deinen Zugang dazuzuführen.

Wenn du mehr wissen möchtest über Karin und ihren Naturspirit und was sie sonst noch so macht, dann schau doch auf ihrer Homepage oder auch auf ihrem Instagram Profil vorbei. 

 

Ein weiteres Interview über eine tolle Frau und ihr Zugang zur Natur findest du hier:

Stephanie von Atempause